INHALT:

1. Einleitung

2. Freiwild auf der Autobahn

3. Gott sei Dank: Polizeischutz

4. Gottesdienst unter Polizeischutz

5. Scientology gibt Bespitzelung zu.

6. FAIR GAME Aktuelles

7. a) Herausforderung für Christen

7. b) Scientology - eine politische Herausforderung

8. Ostelbienseminar

9. Impressum etc.

 

1. Einleitung

Zu einem Focus-Gottesdienst am 19. Januar 2003 zum Thema: Missbrauch der Religion - Scientology als Gefahr für die Meinungsfreiheit hatten wir in die Luisenkirche in Berlin-Charlottenburg eingeladen. Gerald Armstrong und Pfarrer Gandow sollten diesen Gottesdienst mitgestalten. (Vgl. Ankündigung in "die Kirche" http://www.gerryarmstrong.org/50grand/media/die-kirche-01-12-2003.html)

Gerald Armstrong war 12 Jahre Mitglied der Scientology-Organisation. Seit seinem Ausstieg vor 21 Jahren wird er von Scientology verfolgt. Die Angriffe von Scientology gegen ihn reichen vom Rufmord bis zu gerichtsbekannten lebensgefährlichen körperlichen Attacken.

Und ähnliches wie das, was sich die Scientology-Organisation unter dem Deckmantel einer angeblichen Religionsgemeinschaft in den USA gegen ihre Kritiker leisten kann, nämlich die Praktizierung der "Freiwild-Doktrin",  passierte uns selbst - am hellichten Tage und nicht im Wilden Westen, sondern mitten in Deutschland. Die Luisenkirche erreichten wir daher nur mit Schwierigkeiten und polizeilicher Unterstützung.

Hier mein Bericht:
Am Sonntag, 19. Januar 2003 wollte ich zum FOCUS-Gottesdienst zum Thema "Religionsfreiheit:  Menschenrecht oder Durchsetzungstrick für kriminelle Organisationen? - Missbrauch der Religion - Scientology als Gefahr für die Meinungsfreiheit" fahren. Gerald Armstrong (www.gerryarmstrong.org), der mit mir zusammen dort berichten sollte, hielt sich  als Gast des Dialog Zentrum Berlin bei uns auf und hatte bei mir in meinem Haus in einem Dorf in Brandenburg übernachtet.
In den Morgenstunden des 19.1.2003 wurden wir darauf aufmerksam, daß ein Mann, der mit einem PKW , dunkelgrauer Opel Vectra vor dem örtlichen Glascontainer parkte, unser Haus  von allen Seiten offensiv fotografierte. Es handelte sich dabei, wie  sich später herausstellte, um den Berliner Scientologen Mirko Otto.
Um einer befürchteten Verfolgung zu entkommen, verließen wir  das Dorf gegen 9.20 auf einer Seitenstraße, um zu verhindern, daß uns Herr Otto folgen könnte; am Steuer meine Frau, Herr Armstrong hinter meiner Frau, ich auf dem Beifahrersitz.
Wir freuten uns schon, den O.SA-Mann auf dem Feldweg abgehängt zu haben. Jedoch begegnete Otto uns wieder an der Autobahneinfahrt . Bei der Begegnung auf der Autobahnbrücke bremste er scharf, wendete mitten auf der Brücke mit quietschenden Reifen und folgte uns auf die Autobahn in Richtung Berlin.


 

2. Freiwild auf der Autobahn

Herr Otto fuhr mehrfach sehr dicht auf, um uns dann u.a. langsam zu überholen. Dabei kam er immer sehr nah an unser Auto heran und begann nun, uns zu fotografieren, wobei er das Lenkrad mit  der linken Hand festhielt, sich mit dem Gesicht  ganz zu uns wandte und mit der rechten Hand den Fotoapparat hielt und auslöste.
Zunächst wußten wir nicht, daß es sich um einen Fotoapparat handelte. Später erkannten wir, daß es sich entweder um ein besonderes Teleobjektiv oder einen modernen Fotoapparat mit großem Objektiv wie "Epoca" von Canon handelte.
Danach überholte Herr Otto uns jeweils,  um sich dann wieder betont langsam vor uns zu setzen. Dann beschleunigte er wieder, und verschwand, fuhr dann aber auf jeden Parkplatz  hinaus, fotografierte von dort, anscheinend um auch mich zu fotografieren, um dann wieder von hinten aufzufahren, zum überholen anzusetzen, nahe heranzufahren, zu fotografieren, sich vor uns zu setzen  usf.
Als Herr Otto so nahe von links herankam, daß wir befürchten mußten, er würde uns mit dem Auto berühren oder er oder meine Frau könnte das Steuer verreißen, alarmierte ich die Brandenburger Autobahn-Polizei. Ich wies darauf hin, daß ich unterwegs zu einem Gottesdienst war, wo wir um 11.00 Uhr von Pfr. Hamann erwartet würden.

3. Gott sei Dank: Polizeischutz

Die Polizei erwartete uns mit einem Streifenwagen am Autobahndreieck Werder. Der Streifenwagen setzte sich zwischen uns und den jetzt unmittelbar hinter uns fahrenden Verfolger und forderte ihn zum folgen auf.
Mirko Otto betätigte daraufhin kurz seine Warnblinkanlage, wohl um ein nachfolgendes Komplizenfahrzeug zu warnen. Daraufhin löste sich hinter ihm ein roter PKW  aus der rechten Spur, fuhr an dem Konvoi vorbei - und  erneut wurden wir, diesmal aus diesem PKW, besetzt mit mehreren Leuten, fotografiert. Anscheinend beobachteten die Polizisten Herrn Otto in dieser Zeit auch beim Telefonieren mit einem Handy. In Michendorf forderte die Polizei Herrn Otto zum Hinausfahren auf. Bei der Wache der Autobahnpolizei wurde er wegen des Telefonierens gebührenpflichtig verwarnt; wir gaben unsere Anzeige, nach unserer Ansicht  Nötigung, Verkehrsgefährdung und Bedrohung, zu Protokoll.


4. Gottesdienst unter Polizeischutz

Die Polizei entschied aber, uns auf Grund der offensichtlichen Gefährdungslage von dort aus bis nach Dreilinden zu begleiten; dort erwartete uns ein Berliner Streifenwagen, der uns bis zur Luisenkirche das Geleit gab.
Am Gierkeplatz ergab sich, daß vor der Kirche mehrere beobachtende "Gestalten" zu sehen waren, die uns z.T.  als scientologische O.SA-Mitarbeiter bekannt vorkamen. Daraufhin entschieden die beiden Polizisten vor Ort, am Gottesdienst teilzunehmen, um weitere Störungen auszuschließen.
(Vgl. Bericht in der BZ mit Bildern im PDF-Format: http://bzarchiv.berlin1.de/archiv/030120_pdf/10.pdf
und den Bericht im Tagesspiegel: http://www.gerryarmstrong.org/50grand/media/der-tagesspiegel-2003-01-21.html, aber auch in "die Kirche" Evangelische Wochenzeitung für Berlin und Brandenburg, Nr 4, 26. Januar 2003, 3. Sonntag nach Epiphanias, S. 2 )
In die Luisenkirche kam frühzeitig  Frau Ute Erhardt (früher Ute Koch), Pressesprecherin und Vorstandsmitglied der Berliner Scientologen und meines Wissens vor allem die Berliner O.SA-Leiterin. (O.SA= "Office for Special Affairs" oder auch D.SA = "Departement for Special Affairs" =  ist die Selbstbezeichnung des scientologischen Geheimdienstes, näheres siehe http://www.hamburg.de/Behoerden/LfV/publika/so_alt/so/inhalt.htm).
Für Aktionen wie die von uns erlebte ist sie die Verantwortliche, die solche Aktionen anzuordnen hat, wenn diese nicht direkt von vorgesetzten Stellen der SO in München angeordnet werden. Frau Erhardt zeichnet verantwortlich für ein kürzlich im Postbezirk 14165 (Gemeinde zur Heimat) "an alle Haushaltungen mit Tagespost"  verteiltes, in die  SO-Zeitung Freiheit  eingelegtes Schmähflugblatt http://www.gerryarmstrong.org/50grand/cult/black-pr-flier-december-2002.pdf , das kurz vor Weihnachten auch in meinem Wohnort verteilt wurde.
Frau Erhardt schrieb während des ganzen Gottesdienstes und der nachfolgenden Diskussion mit, vermied es aber auch auf direkte Anfrage, sich an der Diskussion zu beteiligen.
Während des Gottesdienstes kamen mehrfach Personen mit unbekanntem bzw. unklarem Begehr in die Kirche bzw. den Kirchenvorraum, kehrten aber um, wenn sie die Polizisten sahen.
Frau Erhardt verließ auch einmal die Kirche und kehrte wieder zurück; danach kam niemand mehr herein; anscheinend wurden daraufhin auch die Beobachter vor der Kirche abgezogen. Es kam dann zu keinen weiteren Störungen, auch nicht während der  nach dem Gottesdienst folgenden Diskussion. Die abschließende Gesprächsrunde endete gegen 14.00 h.


 Der Tagesspiegel meldete später:

5. Scientology gibt Bespitzelung zu

Berlins Sektenbeauftragter wurde verfolgt und fotografiert. Deshalb predigte er unter Polizeischutz
Die Scientology Kirche hat zugegeben, dass sie den Sektenbeauftragten der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg, Thomas Gandow, überwacht hat. Eines ihrer Mitglieder habe versucht, für einen Rechtsanwalt die ladungsfähige Anschrift von Gandows Begleiter, dem amerikanischen Scientology-Aussteiger Gerald Armstrong, zu ermitteln. Gegen Armstrong lägen verschiedene Verfügungen von US-Gerichten vor, sagte Sabine Weber von Scientology Deutschland.
Man wolle versuchen, diese Verfügungen nach internationalem Recht gegen Armstrong in Deutschland zu vollstrecken. Gleichzeitig wolle man hier juristisch gegen ihn vorgehen, um ihm unter anderem die Behauptung zu untersagen, die Scientology-Kirche trachte ihm nach dem Leben.
Gandow und Armstrong waren am vergangenen Sonnabend [Sonntag, 19.1.!] zu einem Gottesdienst in der Luisenkirche am Gierkeplatz in Charlottenburg verfolgt worden. Es seien mindestens zwei Autos gewesen, sagte Gandow.
Auf dem Weg von Brandenburg nach Berlin sei sein Wagen von einem Verfolgerfahrzeug massiv bedrängt worden. Der Fahrer habe ihn und Armstrong auf der Autobahn fotografiert, sei dabei dicht aufgefahren oder habe ihn ausgebremst. Die Situation sei so bedrängend geworden, dass er schließlich die Brandenburger Autobahnpolizei zu Hilfe rief. Diese stoppte den Verfolger an der Raststätte Michendorf, überprüfte ihn und verhängte ein Verwarnungsgeld, weil der Fahrer ohne Freisprecheinrichtung telefoniert hatte. Die Polizei begleitete den Wagen Gandows bis zur Stadtgrenze, wo er von Berliner Polizisten geschützt wurde. Sie bewachten auch die Luisenkirche während des Gottesdienstes, in dem Armstrong über seine Erfahrungen mit Scientology sprach. Gandow will während der Fahrt auf der Autobahn noch ein zweites Fahrzeug mit mindestens drei Insassen bemerkt haben, die ihn und Armstrong ebenfalls überwachten und Fotos machten.
Der Geistliche ist sich sicher, dass es sich bei diesen Männern ebenfalls um Scientologen gehandelt hatte.
Auf der Autobahn seien offenbar "James Bond-Phantasien" mit ihrem Mitglied durchgegangen, kritisierte die Scientology Kirche Deutschland. Der Mann werde dafür "kirchenintern disziplinarisch zur Verantwortung gezogen". Der Gottesdienst in der Luisenkirche sei von einem Berliner Mitglied der Scientologen besucht worden. Die Frau sei zuständig für "lokale Öffentlichkeitsarbeit und rechtliche Belange".
Gandow hatte gesagt, es handele sich bei ihr um eine Führungskraft des Scientology-"Geheimdienstes" OSA. Die Frau hatte während des Gottesdienstes Wort für Wort protokolliert.
Die Scientologen warfen Gandow vor, er sei im Dezember während eines Besuchs im russischen Jekaterinburg gemeinsam mit Armstrong gewaltsam in die dortige "Scientology Mission" eingedrungen und habe Unterlagen gestohlen. Das stimme nicht, sagte Gandow. Er sei vom dortigen Scientologyvorsitzenden eingeladen worden und habe keine Unterlagen mitgenommen. weso 
Der Tagesspiegel, Berlin, 25.1.03


(Dazu siehe Fotos aus Jekaterinburg: http://www.gerryarmstrong.org/50grand/media/russia/ekaterinburg-anniversary-tour.html)


6. FAIR GAME

Eine "Unterdrückerische Person" ist  "Freiwild. Ihr kann das Vermögen weggenommen werden oder ihr kann durch jedes Mittel Schaden zugefügt werden von jedem Scientologen, ohne daß dieser dafür irgendwie zur Rechenschaft gezogen wird. Sie kann ausgetrickst, verklagt oder belogen oder vernichtet werden." (HUBBARD, HCO PL v. 118.10.1967 Issue IV: "Penalties for lower conditions": "Enemy -SP Order. Fair Game. May be deprived of property or injured by any means by any Scientologist without any discipline of the Scientologist. May be tricked, sued or lied to or destroyed.")
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7 a) Herausforderung für Christen

Wie ist all die Aggressivität der Scientology-Organisation (SO) gegen ihre Kritiker zu verstehen? " Unterdrückerische person" nennt die SO ihre Feinde. Und Feinde werden nach der "Fair Game-Policy" behandelt.
Obwohl die Auseinandersetzung mit der Scientology-Organisation nur ein Thema unter vielen ist, nimmt sie durch die extremen Angriffe der SOhier z.Zt. einen breiten Raum ein. In den Angriffen dieses Totalitarismus neuen Typs wird aber auch deutlich, daß es bei dem Dienst kirchlicher Sektenbeauftragter und bei dem, was sich das Dialog Zentrum Berlin vorgenommen hat, um zentrale kirchliche, ja zentrale christliche Aufgaben geht.

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7 b) Scientology-Politische Herausforderung

Die Auseinandersetzung mit dem modernen Totalitarismus ist aber auch eine gesellschaftliche, eine politische Aufgabe.
Darum beteiligt sich das Dialog Zentrum Berlin auch im Jahre 2003 am "Leipziger Menschenrechtspreis". Ausgezeichnet wird der norwegische Computerspezialist Andreas Heldal-Lund, Schöpfer von www.xenu.net.
In Heldal-Lunds Information über das Scientology-System und in seiner Hilfe für Scientology-Opfer sieht das Komitee Grund für die Auszeichnung. (Näheres im jetzt ausgelieferten BERLINER DIALOG)
Die Preisträger des Leipziger Preises sind oder werden zu Zielen für die Schwarze Propaganda, den Rufmord und den Druck der Scientologen.
Jeder, der sich in dieser Auseinandersetzung engagiert, muß damit rechnen, daß er bis über die Grenze des Erträglichen bedrängt wird, wie es z.B. Robert S. Minton passierte.
Bitte teilen Sie uns mit, ob sie (dennoch) in die tabula gratulatoria aufgenommen werden wollen Dazu senden Sie bitte eine Mail an mailto:mitmachen@leipziger-preis.de
Und vieles weitere...
Daß es noch mehr und neue Bereiche des Interesses und der Auseinandersetzung gibt, entnehmen Sie dem neuen BERLINER DIALOG.  (Bitte melden Sie sich, wenn Sie ihn bestellt, aber noch nicht geliefert bekommen haben!)
Über all dies zu sprechen, dazu ist das "Ostelbien-Seminar" geschaffen. es wäre schön, wenn Sie dabei wären.

Für Ihre großzügige und anhaltende Unterstützung dankt sehr herzlich Ihr Pfr. Thomas Gandow 

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 8. Ostelbien-Seminar 31.3. - 2.4. 2003

9. Impressum etc.

Der DZB-e-Rundbrief@kbx7.de wird herausgegeben vom Dialog Zentrum Berlin, der Redaktion des BERLINER DIALOG und dem Pfarrer für Sekten- und Weltanschauungsfragen der EKiBB.

Verantwortlich ist Pfarrer Thomas Gandow als Vorsitzender des
Dialog Zentrum Berlin.  * Sie können diesen Rundbrief abonnieren mit einer email an
dzb-e-Rundbrief-ON@kbx7.de 
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* BERLINER DIALOG - Informationen und Standpunkte zur religiösen
Begegnung - http://www.berliner-dialog.de
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http://www.leipzig-award.org/deutsch/navi_2002.html
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Alles, wovon Scientology nicht möchte, daß Sie es wissen, finden
Sie bei http://www.xenu.net oder bei: http://www.xenu.de -
Deutsche Abteilung und http://www.xenu.ch - Schweizer Abteilung
 





 


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